Das Beispiel

Dem einen oder anderen ist es vielleicht schon aufgefallen, dass ich bereits in mehreren meiner Blogeinträge kurz erwähnt habe, dass unser Reiseveranstalter CANUSA sich bezüglich unserer Reise nach Kanada im April noch nicht mit einer Gutschein-Regelung gemeldet hat. Grund für die Absage der Reise war natürlich der Coronavirus.

Dabei ging und geht es mir nicht darum, den Veranstalter bloß zu stellen. Ich nutze ihn lediglich als Beispiel um aufzuzeigen, vor welcher Herausforderung die vielen Reiseveranstalter derzeit in der Coronakrise stehen. Und das nachdem die Tourismusbranche erst mit der Pleite von Thomas Cook zu tun hatte.

Flughafen Tafel Corona Gutschein
Foto: unsplash/Matthew Smith

Wir konnten es nach der Absage unserer geplanten Kanadareise ganz gut verfolgen, wie lange ein Unternehmen wie zum Beispiel CANUSA mit Entscheidungen hardert und waren selbst gespannt was für Lösungen uns als Kunde nun angeboten werden.

Vor kurzem haben wir eine E-Mail mit einem Infoschreiben und entsprechenden Optionen geschickt bekommen und sind hier erstmal überrascht. Wir bekommen verschiedene teils recht attraktive Möglichkeiten, die aber natürlich auch nur eine Vertröstung für die noch nicht weiter absehbare Zeit sind. Die Gutscheinlösung ist derzeit auch von der EU noch nicht abgesegnet.

Unter anderem bietet man uns an die Reise zu stornieren. Dabei würden wir einen Verlust von 20% unseres Reisepreises machen. Das kann natürlich bei den entsprechenden Preise ein ganz schöner Verlust sein.

Beispielrechnung:

Ein 2-Wochen Campingtrip durch Kanada für 3.000 € = ein Verlust von 600 €

Natürlich kann man diese Rechnung aus unternehmerischer Sicht auch verstehen. Mit den einbehaltenen Kosten sollen bereits geleistete Zahlungen und bereits entstandene Betriebskosten gedeckt werden.

Eine zweite Option ist die bereits von mir durchgekaute Gutscheinlösung, bei der wir unser Geld für eine neue Reise in 2020 oder 2021 nutzen können und obendrauf noch 50 € bekommen. Bei CANUSA ist der Gutschein sogar auf unbestimmte Zeit gültig.

Die dritte Option ist die Umbuchungen auf einen späteren Termin ohne Umbuchungsgebühren, die in den meisten Fällen normal anfallen würden. Das ist natürlich momentan doch recht riskant, da ja ein Ende von Einreisestopps in Nordamerika, oder generell auf der Welt, noch nicht eindeutig abzusehen ist.

Als vierte Lösung wird uns abwarten angeboten, was natürlich auch legitim ist, da die Gutscheinlösung derzeit noch nicht entschieden ist. CANUSA bietet uns das also von sich aus freiwillig an.

Mit ähnlichen Mitteln möchten derzeit auch andere große Reiseveranstalter in Deutschland von der Gutschein-Lösung überzeugen. Hier mal eine Übersicht:

Vergütungen der Veranstalter bei Gutscheinwahl

VeranstalterObolus bei GutscheinwahlAbhängigkeitZusatz
TUI20 € – 250 €Höhe des ReisepreisTUI loyality bonus (nochmals 100 € pro Person bei Neubuchung bis Juni 2020)
DER50 €
FTI200 €FTI Group Cash
Alltoursbisher nur Rückzahlung
Schauinsland Reisenbisher nur Rückzahlung
Vtoursbisher nur Rückzahlung50 € für alle Neubuchungen ab 1000 €
Stand: 18.04.2020

Welche Lösung nun für uns als Kunden die beste ist, müssen wir uns selbst ersteinmal durchrechnen. Allerdings finde ich persönlich das Entgegenkommen der Reiseveranstalter gut und staune über die doch recht üppige Großzügigkeit mit der sie locken.

Staatliche Absicherung des Gutschein

Im übrigen sollen die Gutschein dann natürlich staatlich abgesichert sein. Sollte ein Veranstalter also doch insolvent gehen, würde man das Geld trotzdem zurückerhalten.

Wir hoffen nun jedenfalls, dass wir nicht mit weiteren Absagen für unsere Sommerreisen rechnen müssen, damit wir dieses Jahr auch noch etwas für euch zu berichten haben. 😉 Kanada kommt dann jedenfalls im April 2021, wenn’s denn klappt.

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Titelbild des Beitrages (seitenweit zu finden): unsplash/ Daniel Lim