Kleines Update zum Beitrag: Begonnen hatten wir mit einem Wechselrichter von Kolbe, welcher immer wieder Aussetzer hatte. Nach einer Rückerstattung des Kaufpreises haben wir uns nun für einen Hoymiles H-800 entschieden und sind überaus begeistert von der Leistung. Außerdem sind wir umgezogen und stellen das Kraftwerk nun im Garten auf. Die Anlage steht noch nicht am finalen Ort. Derzeit ist sie aber nach Süden ausgerichtet und in einem Winkel von ca. 40° montiert. //18.08.2023
Und noch ein Update: Seit Mitte diesen Jahres nutzen wir zusätzlich einen kleinen 2 kWh-Speicher. Dazu folgt bestimmt nochmal ein Beitrag. Wir hoffen, damit zumindest zu verhindern, die monatlich gut 30% des produzierten und leider ins Netz verschenkten Stroms auch noch zu nutzen. //28.07.2025
Hallöchen!
Heute soll es mal zwischendurch um etwas anderes gehen, das mich jedoch schon etwas länger interessiert und meiner Meinung nach in der heutigen Zeit einen großen Beitrag zur Energiewende und natürlich auch für den eigenen Geldbeutel von Vorteil sein kann.
2022 haben wir uns für ein Balkonkraftwerk entschieden. Zum einen, um unseren Geldbeutel bei künftigen Energiepreiserhöhungen etwas zu schonen und zum anderen, weil uns die Technik wirklich interessiert. Mittlerweile wohnen wir sogar in einem Haus mit Garten und konnten mittlerweile sogar zwei Photovoltaik-Paneele auf unser Schuppendach montieren und einen Batterie-Speicher in Betrieb nehmen.
In diesem Beitrag soll es jedoch gar nicht allzu sehr um die technischen Aspekte gehen, sondern vielmehr darum, ob sich ein Balkonkraftwerk für den Durchschnittsbürger überhaupt lohnt. Das Ganze in Form eines Langzeitprojekts. Dafür sammle ich jetzt seit 2022 jeden Monat Daten aus meiner Wechselrichter-App und trage sie in meine Excel-Datei ein, welche dann automatisch auf dieser Seite aktualisiert wird.
Einen kurzen Hintergrund zur Beschaffung unseres Balkonkraftwerks möchte ich aber dennoch geben
Doch zunächst muss ich vorab einmal anmerken, dass wir keine Experten auf diesem Gebiet sind und wir uns unser Wissen selbst angeeignet haben und für die Richtigkeit nicht garantieren können. Wir haben uns urspünglich für ein Balkonkraftwerk von Kolbe mit 425 Wp (Watt Peak) und einem 500 Watt W-Lan Wechselrichter entschieden. Ähnliche Modelle gibt es beispielsweise auch von Priwatt, doch leider waren diese zum Zeitpunkt unserer Recherche (2022) durchgehend ausverkauft. Dennoch sind wir dann fündig geworden.
Mittlerweile haben wir den recht unzuverlässigen Wechselrichter von Kolbe gegen einen 800 Watt Wechselrichter von Hoymiles ausgetauscht ein zweites, bifaziales Panel und einen 2,24 kWh Batteriespeicher (ebenfalls von Hoymiles) dazugekauft.
Wir haben uns für eine Halterung für die Montage auf einem Schuppendach entschieden. Es gibt allerdings auch viele andere Montage- und Aufstellmöglichkeiten für Balkonkraftwerke. Handwerkliches Geschick sollte man hier allerdings mitbringen. Da unser Schuppendach recht groß ist, haben wir dort direkt beide Paneele mit einem größeren Abstand hintereinander montiert und nahezu akkurat gen Süden ausgerichtet. Außerdem haben wir einen kleinen Stromspeicher und können so unseren selbstproduzierten Strom dennoch so effizient wie möglich nutzen. Vor dem Kauf des Batteriespeichers haben wir vor allem darauf geachtet, unseren Solarstrom gut zu nutzen, wenn die Sonne schien (z.B. zum Wäsche waschen). Durch den Batteriespeicher können wir den Strom optimaler nutzen, da wir vor allem in den Abendstunden zuhause sind und Strom verbrauchen.
Nun geht’s ans Eingemachte! Ursprünglich hatten wir eine etwas kleinere Anlagen an einem Balkon unserer damaligen Wohnung montiert. Nach ein paar Versuchen läuft nun aber auch die größere Anlage (2 Panele) korrekt montiert seit August 2023. Im Dezember sieht es mit der Stromproduktion sehr mau aus. Derzeit erreicht die Anlage durch die dunklen Tage und die wenigen Sonnenstunden nur wenige Watt. Wenn die Wolken sich aber mal lichten, dann merkt man schnell, was dieses Panel alles kann. Ab jetzt könnt ihr die Statistik (fast) live mitverfolgen. Der letzte Stand ist immer in den Tabellen zu finden. Hier erkläre ich dazu die einzelnen Punkte noch einmal im Detail.
Produktion: Die Anzahl an Kilowattstunden, die wir pro Jahr produziert haben. Dabei zu beachten ist, dass es sich auch um Strom handelt, der u.U. wieder ins Netz zurückgespeist wird, weil er nicht verbraucht wurde (s. „Verschenkt“).
Eigenanteil: Der Anteil am erfassten Stromverbrauch, den wir selbst produziert und genutzt haben.
Ersparnis: Basierend auf unserem aktuellen Stromtarif (Arbeitspreis) berechnete Ersparnis der Stromkosten.
Rentabilität: Die Beschaffungskosten der Solaranlage von rund 910€ (durch Akku in 2025 wieder ca. 1.200 €) subtrahiert mit der bisher generierten Ersparnis. Wird der Wert hier positiv, dann hat sich die Anlage bereits gerechnet. Noch ist das nicht der Fall.
Verbrauch: Aktueller, vom Zähler abgelesener und verrechneter Stromverbrauch.
Strompreis: Der für uns aktuell geltende durchschnittliche Strompreis des Jahres.
Verschenkt: Der prozentuale Anteil am produzierten Strom, der wieder ins Netz zurückfließt. Wir bekommen dafür derzeit keine Einspeisevergütung. Daher wird er dem Netzbetreiber geschenkt.
Update 06.07.2024: Was man hier, besonders ist der folgenden Tabelle bereits schön erkennen kann, ist, dass die Sommermonate sich richtig lohnen. Für mich privat existiert eine noch umfangreichere Tabelle mit allen Daten und von den ca. 200 kWh, die wir in den Sommermonaten verbraucht haben, haben wir teils mehr als die Hälfte selbst produziert. Allerdings kommen wir trotzdem teils nur auf einen Eigenanteil von 20-35 %, da wir den Strom noch nicht optimal genug nutzen. Eine Ersparnis von gut 20 € pro Monat (in den Sommermonaten) lohnt sich aber durchaus. Die Anlage bietet noch Potenzial, allerdings ist es derzeit oft bewölkt in unserem recht regenreichen Brandenburger Sommer.
Damit will ich sagen, dass, wenn man die optimalen Voraussetzungen hat, sich eine solche Anlage durchaus lohnen kann. Zwar sind Batteriespeicher und Lösungen zur Autarkie oft noch recht teuer, doch auch so bietet so eine Anlage schon ein großes Sparpotenzial. Vor allem deshalb, weil solche Anlagen immer günstiger werden.
Noch etwas zum technischen Aspekt: Aktuell ist der Betrieb eines Balkonkraftwerks mit Schuko-Stecker wohl nicht verboten. Es scheint sich dabei mehr um eine Grauzone zu handeln und kommt immer auf die Vorgaben des Netzbetreibers an. Für viele Besitzer eines Balkonkraftwerks wäre der Betrieb mit einem Schuko-Stecker sicherlich einfacher, denn sicher ist er lt. vielen Experten-Aussagen trotzdem und man kann z.B. einfacher Messgeräte installieren. Lang hat sich der VDE jedoch für den Wieland-Stecker ausgesprochen, doch da scheint es nun nach langer Zeit ein Umdenken zu geben. Zugunsten der Verbraucher. Aber lest doch hier gern selbst einmal.: https://www.vde.com/de/presse/pressemitteilungen/2023-01-11-mini-pv
Zum Batteriespeicher
Der Batteriespeicher ist unsere neuste Errungenschaft. Natürlich hat er unsere Amortisation erheblich nach hinten geworfen. Geht der Plan aber auf, dürfte er uns dabei helfen, noch einmal gut 100-150 € mehr im Monat an Stromkosten zu sparen. Läge die Ersparnis pro Jahr tatsächlich bei ca. 300 €, hätte sich das ganze aber schon in 4 Jahren amortisiert. Ohne Batteriespeicher hätte sich unser Balkonkraftwerk in unserem individuellen Fall schon in 3 Jahren amortisiert. Bei uns schwankt der Wert aber immer ein wenig, da wir zwischendurch ja aufgerüstet haben und auch den Standort mehrmals gewechselt haben.
Mit 32 Kg ist das Teil natürlich kein Leichtgewicht, aber die Notstromfunktion fanden wir interessant.
Worauf wir jetzt noch warten, ist die PIN unseres Stromzählers, da wir mit einem ecoTracker den Live-Verbrauch unseres Haushalts in Watt auslesen und dann direkt an unseren Batteriespeicher senden möchten. Der Akku kann dann selbst entscheiden, wann es sinnvoll ist zu laden oder zu entladen.


2 Kommentare
Stefan
06 Mai 2024 - 8:05 p.m.Hallo Maximilian,
Du brauchst Deinen Strom übrigens nicht verschenken. Seit dem 01.01.2023 "lohnt" es sich auch für BKW-Besitzer, die Einspeisevergütung zu beantragen. Ein paar Euro im Jahr kommen da auch zusammen.
Schöne Grüße
Stefan
Maximilian Sixdorf
12 Mai 2024 - 9:05 p.m.Hallo Stefan,
vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Das werde ich mir mal ansehen und vielleicht müssen wir so keinen erzeugten Strom mehr "verschenken".
Viele Grüße
Max