Von Boliqueime aus sind es mit dem Auto circa zwei Stunden Fahrt nach Sevilla. Für einen Tagesausflug nach Spanien kein Problem, dachten wir. Über eine markante Brücke quert man den Fluss, der die portugiesische Algarve von Andalusien in Spanien trennt. In Spanien überraschten uns dann die zwar wunderbar lila blühenden, aber gleichzeitig auch extrem maroden Schnellstraßen. Die Autobahn war so kaputt, dass ich es wahnsinnig bereut hätte, dort mit meinem eigenen Auto entlang zu fahren.

Sevilla selbst war schnell zu erkennen. Schließlich geht es erst einen kleinen Berg nach oben, und anschließend nach unten. Von oben aus kann man das im Tal liegende Sevilla schon gut erkennen. Etwas überraschend kam für uns jedoch der Temperaturwechsel. Während wir in Faro und Umgebung noch angenehme 28°C hatten, stieg die Temperatur Kilometer für Kilometer und erreichte letztlich in Sevilla ihren Höhepunkt mit 37°C.

Auf der Fahrt von der Algarve nach Sevilla

Schön heiß in Sevilla

Parks in Sevilla

Einen Parkplatz konnten wir in Sevilla schnell in einem Parkhaus finden, was sicherlich vorteilhaft war, denn die brütende Hitze direkt auf dem Auto wäre bei der Rückfahrt sicher nicht angenehm gewesen. Aus dem Parkhaus raus, merkte man die Hitze sehr schnell. Die beste Sonnencreme bringt bei der vielen Sonne nichts, wenn sie einfach verläuft.

Wir schauten auf einen Stadtplan, denn wir wussten überhaupt nicht, wo man in Sevilla unbedingt mal hin muss, und wurden auch direkt von einer freundlichen Einheimischen beraten.

Zuallererst ging es durch den Park Jardines de Murillo, dessen Blütenvielfalt uns schon absolut verzaubert hatte. Nur eine Ecke weiter befand sich der Jardines del Prado de San Sebastián.

Plaza de España

Besonders gefallen hat uns hier nicht nur die große Pflanzen- und Baumvielfalt, sondern auch, dass es hier unfassbar viel natürlichen Schatten gab. Die Leute hielten ihre Füße in einige der hübsch gefliesten Wasserbecken oder tranken einen kühlen Cocktail an der Bar, zu der wir uns später auch noch gesellen sollten.

Einen Straßenwechsel weiter, durch den Parque de María Luisa gelangten wir dann zu unserem eigentlichen Ziel, dem Plaza de España. Ich liebe einfach diese iberischen Fliesenmosaike, toll gepflasterten Wege und Plätze und die architektonisch super ansehnlichen Gebäude. Unverkennbar am Platz das Cuartel General Fuerza Terrestre del Ejército de Tierra, also das militärische Hauptquartier. Alles, selbst die Laternen und die Geländer rund ums Gewässer, sind von Hand mit Mosaikfliesen bestückt worden. Auch ein Hingucker sind die gefliesten Kriegsgemälde direkt am Gebäude. Interessant war unsere Beobachtung, dass anders als in Deutschland, Spanien relativ stolz auf seine militärischen Erfolge zu sein scheint. Als Deutscher ist man hier erstmal etwas verwundert, vielleicht auch etwas entsetzt.

Plaza de Espana in Sevilla

Tolle Zeit am Wasser

Am Fluss von Sevilla

Generell war die Stimmung auf dem Platz herrlich. Es spielte Musik, Pferdekutschen fuhren über den Platz und Touristen schwammen mit kleinen Booten auf dem Gewässer um den Platz. Aber die Hitze machte uns allmählich fertig. Durchgeschwitzt waren wir zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall schon.

Wir entschlossen uns dennoch, mal ein wenig weiterzuschlendern und waren wieder einmal überrascht über den gelungenen Mix aus neu und alt in Spanien, denn ähnlich wie z.B. auch in Barcelona findet man hier geschmackvolle Neubauten und Hochhäuser neben edlen und sehr verspielten Altbauten. Der Blick über das Wasser zu Sevillas Vorstadt „Triana“ war wundervoll und nicht mit Städten wie Berlin vergleichbar 🤮.

Stierkampf & Flamenco

Direkt am Flussbett der Stadt, dessen geografische Geschichte ebenfalls beeindruckend ist, findet man tolle Lokalitäten zum Ausgehen und Cafétrinken sowie den Blick auf ein hübsches hölzernes Museumsschiff. Typisch für Spanien ist auch die Kunst, die man an vielen öffentlichen Orten und Plätzen findet.

Unweit vom Wasser findet man das Plaza de toros de la Real Maestranza de Caballería de Sevilla, eine riesige Stierkampfarena. Sevilla ist vor allem für zwei Dinge sehr bekannt: Stierkämpfe und Flamenco. Dementsprechend findet man dazu viele kleine Details an jeder Ecke wieder. Rein sind wir leider nicht, denn wir hatten zu diesem Zeitpunkt genug von der Hitze. Sevilla ist eine dieser Städte, in denen die warme Luft im Sommer steht und sich staut. Wenn man kann, sollte man genau diese Zeit für einen Besuch vielleicht eher meiden.

Ein altes Schiff "Victoria" in Sevilla

Abkühlung unter Bäumen

Blumenvielfalt in Sevilla

Einerseits mussten wir sowieso noch an unseren Rückweg denken, andererseits machte uns die spontane Hitze, auf die wir nicht vorbereitet waren, sehr zu schaffen. Aus diesem Grunde beschlossen wir, noch einmal durch die Altstadt zu schlendern und ein tolles Café zu finden. Gar nicht so leicht, denn trotz des Wetters waren die Spanier voll entschlossen, ihre freie Zeit in den Cafés der Stadt zu verbringen. Unsere zweite Idee war also, zum Jardines del Prado de San Sebastián zurückzukehren und uns dort zu erfrischen. Mittlerweile hüngerte es uns auch schon ein wenig, weshalb wir uns entschieden, etwas Warmes und Leichtes zu essen. Als Kompromiss kühlten wir uns bei einem Cocktail wieder herunter. Immer eine gute Idee, bei diesem Wetter. Aber keine Sorge, davon merkten wir nicht viel.

Nachdem wir dem Cocktail etwas Zeit zum Abklingen gegeben hatten, denn betrunken fahren kommt schließlich nicht infrage, traten wir die Rückfahrt nach Faro an.

Die Rückfahrt war ähnlich holprig, aber dennoch schön. Ja… und so endet dieser Tag dann auch schon. Herrlich war es und Sevilla ist ein Ort, zu dem wir definitiv noch einmal zurückkehren werden.

© 2026 Maximilian Sixdorf