In Corona-Zeiten fiel mir und meinem Freund schon so manches Mal die Decke auf den Kopf. Man kann kaum etwas machen, weil so gut wie gar nichts geöffnet hat. Doch so langsam öffnen die Geschäfte, Zoos und Parks wieder. Auch der Loki-Schmidt-Garten in Hamburg hat seit kurzem wieder geöffnet.

Am schönen Herrentag haben wir uns dann dazu entschlossen, dort einmal hin zu fahren. Zugegeben, wir waren auch 2019 schon einmal da und freuen uns immer wieder auf diesen wundervollen Garten. Für den Besuch im Garten sollte man so ca. 2 Stunden einplanen. Natürlich kann man aber außer in Corona-Zeiten auch länger bleiben.

Ein echter Geheimtipp in Klein Flottbek

Der Loki-Schmidt-Garten (auch Botanischer Garten Hamburg) ist ein Teil des Biozentrums der Universität Hamburg und dient der Universität hauptsächlich als Sammlung für Forschungs- und Lehraufgaben der Universität.

So wird er also auch von den Beschäftigten und Angehörigen der Uni aber auch von Vereinsmitgliedern des „Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens Hamburg e.V.“ gepflegt. Tatsächlich ist der Botanische Garten für jedermann kostenfrei zugänglich. Mehr dazu gibt es aber weiter unten.

Genutzt wird der Botanische Garten auch für verschiedene Artenschutzprojekte. So zum Beispiel haben wir auf unserer Tour durch den Park schon Bienenhotels und viele Hinweise zu bedrohten Pflanzenarten gefunden.

Pflanzen aus aller Welt bis zum abwinken

Nutzpflanzen

Direkt am Anfang wurden wir mit für einen botanischen Garten eher ungewöhnlichem begrüßt. Gleich am Eingang wächst Kohl, Salat, Brokkoli, Quinoa und allerhand an Gemüse.

Außerdem ganz interessant ist zu lesen wo die Sachen herkommen, wie sie wachsen, welches Land mit ihm Exportweltmeister ist und wofür man es gebrauchen kann.

Hier kann man also echt eine ganze Menge für den eigenen Garten mitnehmen und eventuell auch zuhause selbst anbauen. Auch einer unserer Träume!

Nutzpflanzen im Loki-Schmidt-Garten

Wüstengarten & Steingarten

Wüstengarten im Loki-Schmidt-Garten

Vorbei an etlichen wilden Blumen und Gewächsen liefen wir dann den Weg weiter in Richtung des Steingartens.

Als echter Reisefan musste ich meinem Freund dort erstmal etwas über die Wüsten der USA und das Death Valley erzählen, an welche dieser kleine aber doch sehr überzeugende Garten erinnert.

Was dort erstmal aussieht wie ganz normaler Mohn und ein paar Kakteen ist am Ende tatsächlich viel mehr. Denn der Mohn (Poppy) stammt tatsächlich auch Kalifornien und die Kakteen kommen aus den Wüstengebieten dieser Welt.

So ähnlich wie im Wüstengarten sieht es auch im Steingarten aus. Denn hier liegen nicht „nur“ Steine, sondern ein Stück Geschichte dieser Erde.

Forscher können aus ihnen eine ganze Menge ablesen. Hier rechts im Bild etwa liegen zwei versteinerte Baumstämme, die mehr als etwa 27 Millionen Jahre alt sein müssen.

Auch liegt hier viel eher seltener gesehenes Gestein wie Schiefer oder viele leicht glitzernde Steine aus den Tiefen dieser Erde,

Der Steingarten im Loki-Schmidt-Garten

Rosengarten

Rosengarten im Loki-Schmidt-Garten

Was wir leider wegen der vielen Menschen verpasst haben war der Rosengarten. Durch die Corona-Pandemie ist man ja automatisch noch in dem „aus dem weg geh“-Modus.

Aber im Prinzip ist der Rosengarten hinter den beiden blauen Pyramiden auf dem linken Bild und wird euch, je nach Jahreszeit natürlich, mit einer wahren Farbenpracht überraschen.

Tatsächlich gibt es nämlich nicht nur viel Grün im Botanischen Garten, sondern auch jede Menge farbige Pflanzen vom dunklen Rot bis hin zum grellen Pink oder Orange.

Südamerika

Südamerika war für uns besonders spannend, denn hier fing es an wirklich ausgefallen zu werden. Hier wächst beispielsweise das riesige Mammutblatt „Gunnera manicata“.

Mein Freund hat keine riesen Pranken, aber auch keine kleinen Hände und trotzdem wirken diese Blätter einfach nur gigantisch.

Tatsächlich kann man die sogar bei sich zuhause pflanzen, wenn man sich denn ein wenig Mühe gibt. Definitiv einer meiner Favoriten.

Wenn ich nicht wisst, wo ihr solche Pflanzen herbekommt, könnt ihr zum Beispiel mal bei Amazon* schauen. Dort gibt es auch Samen* dafür.

Allgemein wurde es dort sehr tropisch und pflanzentechnisch sehr exotisch. Genau mein Ding!

Riesenblätter im südamerikanischen Teil des Loki-Schmidt-Gartens

Nordamerika

Ein Riesenmammutbaum im Loki-Schmidt-Garten

Beim Themengebiet Nordamerika fällt dem einen oder anderen Leser von euch vielleicht direkt etwas auf. Hier stehen die riesigen Sequoia-Mammutbäume die man unter anderem im Sequoia-Nationalpark wiederfindet.

Die sind hier zwar noch nicht so hoch wie im nordamerikanischen Nationalpark, aber dafür doch in einer erstaunlich hohen Stückzahl vorhanden,

Hier könnt ihr in einen richtigen Wald lauter Mammutbäume eintauchen und es im Schatten der stillen Riesen bei wohlig warmen 22°C genießen. Hier schlafen manchmal sogar die Enten neben euch.

Asien – Japan & Chinas Rhododendren

Auch im asiatischen Teil des Parks wird es wieder sehr erstaunlich. Asien ist ja sowieso bekannt für seine riesige Vielfalt an verschiedenen Pflanzen.

Hier begrenzt es sich hauptsächlich auf den japanischen und chinesischen Teil. Im „kleinen Japan“ kann man tatsächlich durch zauberhafte Bambuswäldchen und Flusslandschaften spazieren und den sommerlichen Duft der vielen verschiedenen Pflanzen und Blumen genießen.

Besonders cool fanden wir zu sehen, wie hoch Bambus wächst und dick so ein Stamm eigentlich werden kann. Bekanntermaßen wächst er ja mit bis zu 30 cm am Tag extrem flink.

Der asiatische Teil des Loki-Schmidt-Gartens
Rhododendron mit Biene im Loki-Schmidt-Garten

Im chinesischen Themengarten begrüßt einen vor allem der sehr prominent platzierte Teich mit seiner kleinen Mini-Pagode relativ mittig.

Dieses Jahr hatten wir leider kein Glück und konnten hier keine Farbenpracht erleben, auch wenn dieses Areal trotzdem echt schön ist. Im Mai 2019 aber blühte dort alles in sehr grellen Tönen und sah einfach wunderschön aus. (Bild von 2019 ansehen)

Dafür haben aber diesen Mai die Rhododendren wundervoll geblüht. Die sind tatsächlich ein echter Magnet für Bienen und Hummeln und ist für sie ein guter Zufluchtsort.

Kleiner Tipp: Hier könnt ihr euch super an der Makrofotografie probieren oder die Zeitlupen-Funktion eures Handys testen. 😉

Der chinesische Teil im Loki-Schmidt-Garten

Alpinum, Heide, Strand, Moor

Ein Olivenbaum im Botanischen Garten

Dieser Bereich ist so wie der nächste hier jetzt ein wenig gemischt, denn man findet Richtung Ende des Rundgangs tatsächlich noch eine ganze Menge interessanter Pflanzen, aber auch eine ganze Menge gewöhnliches Grün.

Hier wachsen dann auch vermehrt die eher kleinen Gewächse und Pflanzen bekommen hier Freiraum um sich einfach ganz natürlich entfalten zu können.

Aber auch relativ mediterran geht es dort zu. Hier links zum Beispiel sieht man einen Olivenbaum. Außerdem gibt es dort auch das Café Palme mit den vielen Palmengewächsen.

Wälder Europas

Und auch hier geht es eher gemischt zu. Hier findet ihr zwischen gewöhnlichen Bäumen auch mal eine Palme oder einen Nadelbaum und immer mal wieder auch einen kleineren Mammutbaum.

Diese abwechslungsreiche Mischung ist den Betreibern des Gartens aber echt gut gelungen.

Wichtig noch zu erwähnen finde ich übrigens auch die vielen Flüsschen und Seen die hier scheinbar auch Enten angelockt haben.

Die kleinen Racker haben sich aber schon recht gut an den Menschen gewöhnt und lassen sich kaum stören. Ist auf jeden Fall niedlich zu sehen!

Europäische Bepflanzung im Botanischen Garten

Apothekergarten

Der Apothekergarten im botanischen Garten Hamburg

Der Apothekergarten war gerade für mich sehr interessant, wo ich doch versuche möglichst wenig an Medikamenten zu nehmen wenn es doch geht.

Wir haben zwar dummerweise kein Foto gemacht, aber dort findet man ähnlich wie auch bei den Nutzpflanzen jede Menge verschiedener Pflanzen, deren Heilwirkung auf den nebenstehenden Schildern erklärt wird.

So können Beispielsweise auch die Kleinen mal entdecken wie die Blätter einer Pfefferminze riechen.

Aber Vorsicht! Einige Pflanzen sind laut der Beschilderung giftig.

Duft- & Tastgarten

Ich finde, dass der Duft- und Tastgarten nicht nur für die kleinen was ist. Hier kann man ein bisschen raten was man da eigentlich gerade im wahrsten Sinne des Wortes vor der eigenen Nase hat.

Super um die eigenen Sinne mal etwas berieseln zu lassen.

Man merkt also schon, dass der Loki-Schmidt-Garten nicht nur echt verdammt riesig ist, sondern auch eine schier unendliche Anzahl an Pflanzen bietet.

Fluss im Botanischen Garten Hamburg

Tiere im Loki-Schmidt-Garten

Eine Ente im Loki-Schmidt-Garten

Neben Enten die hier immer wieder fröhlich durch den Garten watscheln oder es sich im Schatten der Bäume gemütlich machen, findet man hier auch regelmäßig allerhand Bienen, Hummeln, Wespen, Schmetterlinge, Vögel und angeblich auch einige Käferarten. 😉

Von den Bienen gibt es wohl sogar Honig!

Mehr Tiere im Garten sind mir aktuell nicht bekannt, es gibt aber bestimmt noch einige mehr.

Eintrittspreis & Öffnungszeiten

Der Eintritt zum Loki-Schmidt-Garten (Botanischer Garten Hamburg) ist tatsächlich kostenfrei. Man kann vorn am Eingang einfach hineinspazieren. Hamburg bietet gegenüber anderen Städten doch immer wieder Überraschungen.

Wer übrigens schonmal in Hamburg ist, kann auch direkt eine Hafenrundfahrt mit kostenlosem Besuch der Elbphilharmonie machen.

Karte des Botanischen Gartens
ZeitraumÖffnungszeiten
Januar-FebruarMo.-So. 9-16 Uhr
1. bis 28. MärzMo.-So. 9-17 Uhr
29. März bis 30. AprilMo.-So. 9-19 Uhr
Mai bis AugustMo.-So. 9-20 Uhr
SeptemberMo.-So. 9-19 Uhr
1. bis 24. OktoberMo.-So. 9-18 Uhr
25. Oktober bis 30. DezemberMo.-So. 9-16 Uhr
24. und 31. Dezembergeschlossen

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Den Loki-Schmidt-Garten in Hamburg erreicht ihr super easy mit der Linie S1 der S-Bahn, mit der ihr bis nach Klein Flottbek fahren müsst. Von dir sind es nur noch wenige Schritte bis zum Eingang des Gartens. Außerdem halten hier die Buslinien 21 und 286.

Natürlich könnt ihr auch mit dem Auto kommen. Direkt neben dem Eingang befindet sich eine Parkfläche und gegenüber zusätzlich noch ein Parkhaus. Für euren Stellplatz sollte also gesorgt sein.

Wer war eigentlich Loki Schmidt?

Loki Schmidt war die Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt und setzte sich zu ihren Lebzeiten leidenschaftlich gern für den botanischen Garten ein.

Sie recherchierte und reiset viel für die Entdeckung und Erhaltung von Pflanzen. Durch ihr großes Engagement im Botanischen Garten Hamburg wurde dem Garten schließlich der Name „Loki-Schmidt-Garten“ verliehen.

Büste von Loki Schmidt
Büste von Loki Schmidt am Eingang des Gartens

Weitere Aktivitäten in Hamburg

Wann öffnet der Loki-Schmidt-Garten?

Der Loki-Schmidt-Garten öffnet um 9:00 Uhr. Die Schließzeiten Variieren je nach Jahreszeit. Mehr dazu in der Tabelle oben.

Wie kommt man zum Loki-Schmidt-Garten?

Mit der S1 bis Klein Flottbek oder mit den Buslinien 21 und 286.

Was kostet der Eintritt in den Loki-Schmidt-Garten?

Der Eintritt ist kostenfrei.

Weitere Links

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Loki-Schmidt-Garten
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Loki_Schmidt