Wie vielleicht einige von euch schon gelesen haben, planen wir in diesem Jahr unseren vierten Versuch eine USA-Reise (Roadtrip bzw. Wohnwagenreise) zu unternehmen. Hätten wir unseren eigenen Gedanken ernst genommen und darauf vertraut, dass Corona auch ein viertes Mal so richtig reinballert, dann hätten wir unsere Pläne wahrscheinlich direkt erst auf 2022 verschoben. Aber… hätte hätte, Fahrradkette.

Trotz alledem möchte ich hier gern einmal zeigen, wie wir bisher unsere Reisen geplant haben und auf was wir dabei Acht geben. Also aufgepasst, denn hier sind vor allem für Anfänger sicher einige hilfreiche Tipps dabei.

Die richtige USA Reise planen

Zunächst einmal haben wir uns überlegt, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Gut, dass die USA eines der Länder sind, in denen man mit dem Camper oder einem Mietwagen die atemberaubenden Landschaften erkunden kann. Doch klar ist, dass nicht jedes Land für eine Wohnwagenreise oder einen Roadtrip so gut geeignet ist. Einige Regionen sind einfach zu gefährlich oder haben kein großes Angebot an bezahlbaren Flügen und Unterkünften. Andere Länder wie viele europäische Länder, die USA oder auch Kanada überhäufen euch hingegen mit guten Angeboten. Zumindest, wenn man genau hinschaut.

Start und Zielort kennen

Habt ihr euch schon einmal eine größere Region überlegt (wie z.B. den Südwesten der USA), dann solltet ihr auch wissen wo eure Reise beginnen und wo sie wieder enden soll. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten eure USA Reise zu planen. Falls ihr Schwierigkeiten habt hier einen Anfang zu machen, könntet ihr beispielsweise auch mit Google Maps arbeiten. Hier kann man viele interessante Orte direkt auf der Karte entdecken und Orte, die man auf jeden Fall sehen möchte markieren.

Nun könnt ihr die Orte für euch quasi „verbinden“ und euch so eine Route überlegen. Wichtig ist, dass ihr jedoch immer offen für neues bleibt. Denn wo bleibt der Spaß am Urlaub, wenn man einen strikten Plan abfährt?

USA Reise planen kann richtig Spaß machen
Bild: Unsplash/ Cedric Letsch

Rundreise

Diese Form ist wohl sehr typisch und wird bei Camper-Trips oft gewählt. Hier sucht ihr euch einen Start- und Zielort aus an dem eure Reise beginnt und auch wieder endet. So haben wir es zum Beispiel gemacht. Unsere dritte geplante Reise startete und endete beispielsweise in Los Angeles. Diese Form eignet sich besonders, wenn sich viele Sehenswürdigkeiten in der Nähe befinden und nicht all zu weit auseinander liegen. Besser ist noch, wenn diese Sehenswürdigkeiten in einer Route miteinander verbunden werden. Daher ist diese Reiseform besonders auch für kurze Trips wunderbar geeignet. Wohnwagen-Reisen können nämlich auch nur knapp eineinhalb Wochen dauern und ihr könnt trotzdem eine Menge entdecken.

One-Way

Diese Form ist meist etwas kostspieliger, da Reisen mit dieser Form meist auch etwas länger dauern. 2-4 oder mehr Wochen sind hier keine Seltenheit. Sie eignet sich also besonders gut, wenn ihr lange Reisen unternehmen wollt, weite Strecken zurücklegen wollt oder besonders viel entdecken möchtet. Außerdem kommt bei vielen Wohnwagen- und Mietwagenanbietern sowie Reiseveranstaltern hier noch eine One-Way Gebühr oben drauf, da ihr das Fahrzeug an einem ganz anderen Ort wieder abgebt.

Reise buchen

Habt ihr euch diese Gedanken gemacht, könnt ihr eure Reise eigentlich schon buchen. Auch hier gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.

Pauschalreise vom Reiseveranstalter (TUI, CANUSA, etc.)Selbst individuell zusammengestellt (Airbnb, Check24, Expdia, Opodo, etc.)
+ kann auch individuell Zusammengestellt werden+ Auswahl aus den besten & günstigsten Angeboten
+ Reise ist gegen Unerwartetes abgesichert (auch eure Zahlungen)+ viele Angebote oft auch bis kurz vor Reisebeginn kostenfrei stornierbar (z.B. Airbnb, Check24)
+ nicht zwingend teurer als Individualreisen+ völlige Freiheit, da Pläne auch spontan & kurzfristig noch komplett umstrukturiert werden können
+ Beratung von den Profis & Notfall-Hotline rund um die Uhr+ Volle Bandbreite des ganzen Marktes mit seinen Angeboten für Mietwagen, Hotels, Flügen und co.
– Grundpreis meist etwas teurer als individuelle Planung– um alles muss sich selbst gekümmert werden
– Umplanung kann oft teuer werden– es bedarf einer fehlerfreien Planung, damit ihr am Zielort nicht ohne Unterkunft oder Fahrzeug steht

Route ausarbeiten

Habt ihr euch letztendlich für einen Weg entschieden, wird es Zeit den groben Plan etwas zu verfeinern. Wir sind hierbei schlussendlich bei Google Maps und Google Sheets geblieben und haben damit alles ausgearbeitet. Warum das zwar simpel, aber auch wirklich praktisch ist, erfährst du hier.

Vorab noch eines: Hier findest du zu den unten stehenden Plänen mal ein Beispiel, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ein Reiseplan aussehen kann.

Google Maps

Mit Google Maps kann man sich individuell Routen zusammenstellen. Dazu kann man beliebig viele Zwischenstops in seine Tour von A nach B hinzufügen. So hat mein einen groben Überblick über Entfernung und Zeit von Zwischenhalt zu Zwischenhalt.

Beachtet hier jedoch, dass sich die Fahrzeiten natürlich aufgrund von schwankenden Verkehrslagen auch ändern können und ihr unter Umständen länger braucht, als Maps euch zum Zeitpunkt der Recherche angegeben hat. Außerdem sucht Google Maps euch meist die kürzeste Route von Punkt A zu Punkt B, nicht jedoch immer unbedingt die schönste. Hierbei können euch aber zusätzlich noch Tools wie zum Beispiel myscenicdrives helfen, eure USA Reise zu planen. Hier sind für ihre Schönheit bekannte Routen hinterlegt, welche ihr in euren Touren wunderbar einbauen könnt. Bei Google Maps könnt ihr dann Routen zwischen zwei Punkten auch einfach individuell verschieben, je nach dem über Welche Straßen und Orte ihr fahren wollt.

Google Sheets

Es klingt zwar nervig, doch gerade bei einem recht kurzen Trip muss auch auf die Zeit geachtet werden. Außerdem solltet ihr bei jeder Reise auch die Kosten im Blick haben, wenn ihr nicht gerade Bill Gates heißt. Hier kann euch ein Tool wie Google Sheets, Microsoft Excel oder Apple Numbers helfen.

Wir haben uns grundlegend drei Listen gemacht. Einen Kostenplan, Reiseplan und eine To-Do-Liste. Dazu kam dann später noch eine Liste mit all unseren Camping-Plätzen. Aber dazu später mehr. Das wunderbare an den Tools von Google ist, dass man Listen und Dokumente problemlos miteinander teilen kann, sie gleichzeitig betrachten und bearbeiten kann.

Der Kostenplan

Unser Kostenplan listet systematisch alle anstehenden Kosten auf und zeigt uns außerdem, ob die Kosten schon beglichen sind oder noch zu zahlen sind. Das ist vor allem gut um bei der Bezahlung nichts zu vergessen und die Gesamtkosten im Blick zu haben. Nichts ist schlimmer, als den Überblick über diese großen Summen zu verlieren. Denn mit Flug und Camper ist es hier meist nicht getan. Dazu kommen dann kosten wie Benzin, Camping-Plätze, Taschengeld, Zusatzmeilen, Einreisegenehmigung, Internet, Transfers, Sitzplätze, Aufgabegepäck und vieles mehr. Bedenkt das, wenn ihr eure USA Reise planen wollt.

Außerdem könnt ihr hier recht einfach einen Spritrechner integrieren, der euch die ungefähren Spritkosten errechnet. Dafür gibt es natürlich auch Online-Tools, die sich am aktuellen Benzinpreis orientieren. Dabei könnt ihr davon ausgehen, dass euer Gefährt je nach Modell zwischen 20 und 30 Liter pro Kilometer verbraucht, wenn es sich um ein Motorhome handelt. Ein typischer Mittelklasse-Mietwagen verbraucht aktuell um die 7-9 Liter auf 100 Kilometer. Das gut ist aber, dass man das für die meisten Modelle einfach recherchieren kann.

Mein persönlicher Tipp für Sim-Karten in Nordamerika ist übrigens derzeit Holafly. Die haben mir mit ihrem exzellenten Service bisher immer gut helfen können.

Der Reiseplan

Unser Reiseplan ist ein recht durchdachter Plan. Will mann eine USA Reise planen, bedarf es selbstverständlich eines gewissen Konzepts. Natürlich kommt es ganz darauf an, ob ihr 10 Tage oder 4 Wochen in den USA verbringen wollt, jedoch ist er gerade bei kurzen Reisen Gold wert. Er zeigt euch an, was in der von euch geplanten Zeit machbar ist. Unser Reiseplan strukturiert sich in den Tag, das Datum, die Unterkunft für den jeweiligen Tag, die geplanten Reiseziele mit entsprechender Entfernung zwischen den einzelnen Reisestopps und der Zeit, die für die einzelnen Strecken gebraucht wird sowie die erforderlichen Formalitäten (z.B. für ein Vehicle-Permit eines Nationalparks).

Aus meiner Sicht solltet ihr bei dieser „konkreten“ Planung jedoch immer etwas Luft für eventuelle Staus, Straßensperrungen oder auch die eigene Lust & Laune lassen. So seid ihr spontan unterwegs und könnt euch jederzeit auch zu anderen Zielen bewegen.

Die To-Do-Liste

Vor allem vor einer USA-Reise sollten einige Dinge erledigt worden sein. Dafür eignet sich wunderbar eine To-Do-Liste. Wir haben sie in einer Excel-Tabelle erstellt. Aus meiner Sicht eignet sich dafür aber auch jede andere Software wie Any.do, Google Notes und co.

Dinge, die vor der Reise geklärt sein sollten:

  • ESTA muss beantragt werden
  • Sim-Karte für die USA sollte gebucht werden
  • Euros sollten in Dollar getauscht werden
  • Der Check-In sollte bei der Airline gemacht werden
  • Buchungen für Attraktionen & Eintritte empfehle ich im Voraus zu tätigen
  • Ist mein Reisepass & Führerschein bis nach der Reise gültig?
  • Möchte ich eine Reiseversicherung abschließen?
  • Habe ich alle Reiseunterlagen beisammen?
  • Verfügt meine Kreditkarte(n) über ausreichend Deckung?
  • Weiß mein Kreditkarten-Anbieter Bescheid, dass ich Zahlungen im Ausland tätige bzw. ist die Karte dafür freigeschalten?
  • Habe ich genug Speicherkarten für meine Kamera?
  • Habe ich meine TSA-Daten bei der Airline hinterlegt?
  • Brauche ich vor Ort besondere Kleidung (Sonnenbrille und -Creme, Winterschuhe- und Jacke, etc.)?
  • Habe ich bequeme Schuhe, mit denen ich lange laufen kann?
  • Corona: Was sind die Bedingungen für die Einreise (Impfungen, PCR-Test, etc.)?
  • Corona: Habe ich genug FFP2-Masken dabei (eher die bequemen mit Kopfband)?
  • Corona: Impfpass eingepackt?

Die Campingplätze

Für eine Reise mit einem Wohnmobil haben wir uns eine zusätzliche Liste über die für uns gebuchten oder infrage kommenden Camping-Plätze angelegt. Hierbei haben wir unter anderem herausgesucht, wo wir beispielsweise Frischwasser bekommen, wo wir unser Grauwasser ablassen können, wo es Strom und Internet gibt oder wo man eine Dusche nehmen kann.

Vorsorge mit der Krisenvorsorgeliste des Bundes

Mein ganz persönlicher Tipp, bevor ihr mit der Reise loslegt ist übrigens noch die Eintragung in die ELEFAND-Liste. In diese Liste der Bundesregierung könnt ihr euch kostenfrei eintragen und werdet im Krisenfall vor Ort informiert. Sollte beispielsweise eine umgehende Ausreise vonnöten sein, könnt ihr einfach benachrichtigt werden. Das ist nicht nur, aber vor allem in Corona-Zeiten von essentieller Bedeutung wenn es um die eigene Sicherheit vor Ort geht. Natürlich kann euch diese Liste auch bei Terroranschlägen, Unruhen vor Ort oder auch Schneestürmen und Waldbränden retten. Das ist jedoch nur mein persönlicher Tipp.

Na dann kann’s ja los gehen und ihr könnt nun ein wenig schlauer eure USA Reise planen

Titelbild des Beitrages (seitenweit zu finden): Carl Nenzen Loven